Keilwirbel und andere Wirbelanomalien

© Therese Rodin

Hintergrund: Mehrere Studien haben gezeigt, daβ Wirbelanomalien bei brachyzephalen Hunden, wie der Mops, üblich sind (siehe Referenzen bei Rohdin et al. 2018: 24). In einer Studie von Rohdin et al. mit dem Ziel, die klinische Relevanz von Wirbelanomalien bei Möpse zu untersuchen, wurden 57 Möpse eingeschlossen, von denen 30 neurologische Symptome aufwiesen und 27 symptomfrei waren. Die Möpse hatten ein Durchschnittsalter von etwa 7 Jahren. Von diesen Möpsen hatten 96% Wirbelanomalien und jeder Hund hatte einen Durchschnitt von 3,6–3,7 defekten Wirbeln. Die Forscher fanden keine eindeutige Korrelation zwischen Wirbeldefekt und klinischer Relevanz, aber die große Mehrheit der Möpse, die neurologische Symptome hatten (90%), hatten einen defekten Wirbel in Verbindung mit dem Defekt  in der Wirbelsäule, von dem die klinischen Symptome ausging. Da es auch Möpse gab, die Anomalien in der Wirbelsäule hatten, aber keine Symptome zeigten, meinen Rohdin et al., daβ man untersuchen muss, welche anderen Faktoren einen Einfluss haben, auf das Auftreten von Symptomen in Bezug auf Wirbelnomalien. Gleichzeitig haben sie nicht ausgeschlossen, daβ die Möpse ohne Symptome, solche entwickeln können, wenn sie älter werden (Rodin et al. 2018).

In der Studie von Rohdin et al. wurden die folgenden Wirbelanomalien gefunden:

  • Keilwirbel, durchschnittlich 2,3 bei den Hunden, bei denen diese Wirbelanomalie auftrat (29,6% ohne neurologische Symptome, 23,3% mit neurologischen Symptomen)
  • Spina bifida, was bedeutet, daβ sich der Wirbelkörper nicht vollständig um das Rückenmark schliesst, und dann das letztere nach aussen biegen, und Probleme verursachen kann (25,9% bzw. 30,0%).
  • Fehlen des 13. Brustwirbels, der sich zu einer Übergangsform zwischen Brust- und Lendenwirbel entwickelt hatte (33,3% bzw. 56,7%).

In einer anderen Studie zu Wirbelanomalien beim Mops, Französischer und Englischer Bulldog von Ryan et al. (2017) haben 68 Möpse teilgenommen. In der Studie ist es nicht deutlich, wie viele Möpse insgesamt eine Form von Wirbelanomalie hatten.

Die folgenden Wirbelanomalien wurden bei den Möpsen entdeckt:

  • Sechs Möpse hatte einen Keilwirbel und sechs andere hatten 2-3 Keilwirbel (17,6%).
  • Spina bifida, was bedeutet, daβ sich der Wirbelkörper nicht vollständig um das Rückenmark schliesst, und dann das letztere nach aussen biegen, und Probleme verursachen kann (38,2%)
  • Fehlen des 13. Brustwirbels, der sich zu einer Übergangsform zwischen Brust- und Lendenwirbel entwickelt hatte (30,9%)

4,7% aller Möpse, die in der Studie von Ryan et al. teilgenommen haben, wiesen klinisch relevante Anomalien der Wirbelsäule auf, und in allen Fällen war es Keilwirbel. Keilwirbel sind deformierte Wirbel, die zum Tod des Mops führen können. Der Rücken bekommt einen ungewöhnlichen Winkel und kann mehr oder weniger „abbrechen” und da dies zu Lahmheit in den Hinterbeinen führt, wird der Mops oft eingeschläfert.

Obwohl nicht alle Möpse mit Keilwirbel Symptome zeigten, kann man nicht ausschließen, daβ sich später solche entwickelt haben, wie die Forscher hervorheben. In ähnlicher Weise betonen die Forscher, daβ, da T13 wie oben beschrieben zu einer Übergangsform zwischen den Brust- und Lendenwirbeln geworden ist, die Biomechanik der Wirbelsäule betroffen ist, was sekundäre Probleme verursachen kann (Ryan et al. 2017: 28). Spina bifida kann auch Probleme verursachen, wenn das Rückenmark nach aussen biegt.

Obwohl Wirbelanomalien beim Standardmops üblich sind, ist es bei so genannten altdeutschen Möpse überhaupt nicht üblich, wenn es überhaupt vorkommt, und dies gilt auch für den Retromops. Es scheint, daβ diese Probleme verschwinden, wenn der Mops eine normale Länge des Rückens bekommt.

Ziel: Kein Mops sollte mit Keilwirbel oder anderen Anomalien der Wirbelsäule geboren werden.

Unten sehen Sie Bacchus, ein Mops der mit einem Keilwirbel lebt, der ihn in den Hinterbeinen lahm gemacht hat. Rechts sehen Sie Bacchus Röntgenbild. Beobachten Sie den 90-Grad-Winkel der Wirbelsäule.

Strategie: Alle Hunde, die zur Zucht bestimmt sind, sollten geröntgt oder, wenn möglich, CT-gescannt werden. Hunde mit Keilwirbel dürfen nicht in die Zucht gehen. Mann soll auch überlegen, Möpse, die Spina bifida haben, aus der Zucht zu nehmen. Ein Mops mit einem Übergangswirbel sollte immer mit einem freien kombiniert werden. In der Zucht müssen wir sicherstellen, daβ der Mops eine normale Rückenlänge hat, und nicht zu kompakt ist. Der Mops muss rechteckig, nicht quadratisch sein. Auf diese Weise werden die Wirbelanomalien wahrscheinlich von selbst verschwinden.

Foto: Gitte Babbel
Mopszucht vom Minzenbach

Quellen und weitere Lesung:

Rohdin, Cecilia et al. 2018. „Presence of thoracic and lumbar vertebral malformations in pugs with and without neurological deficits”. The Veterinary Journal 241, 24–30.

Ryan, R. et al. 2017. „Prevalence of thoracic vertebral malformations in French bulldogs, Pugs and English bulldogs with and without associated neurological deficits”. The Veterinary Journal 221, 25–29.

Kapitel in Strategien zur Zucht von gesunden Möpsen